Proxy 6
Proxy 6
Auszug aus meinem Arbeitstagebuch während des Istanbul Stipendiums 2016
Ich habe meine Experimentalanordnung gefunden: Auf kleinen Papieren zeichne ich in der Proxy-Zeichen-Technik (PZT) beidhändig die Buchstaben A, T, C und G. Ich benutze nach und nach alle meine Buntstifte, die in einer zufälligen Reihenfolge in der Schachtel liegen. Da die PZT eine Technik ist, bei der ich meinen Körper stark einsetze, erweitere ich sie um die Regel: die rechte Hand bleibt auf der rechten Blatthälfte und die linke Hand auf der linken Blatthälfte. In der Mitte gibt es eine Überlappungszone von rechter und linker Hand. So betone ich die Symmetrie des menschlichen Körpers. Ich zeichne solange, bis der einzelne Strich in der Dichte verschwindet. Die Strichführung ist von meiner Tagesverfassung abhängig und variiert. Mit diesen Erfahrungen mache ich die nächsten Zeichnungen. Ich zeichne immer weiter. Ein Ende ist nicht definiert, sondern wird sich durch Faktoren wie z.B. Ermüdung oder neue Impulse ergeben.
Another Way of Saying
Durch Recherchen gelange ich in Istanbul an die Boğaziçi Universität, Fachbereich für Molekulare Biologie und Genetik. Ich lerne den Fachbereich und die Labore kennen und werde eingeladen meine Arbeit vorzustellen. Nach meinem Vortrag an der Boğaziçi Universität erhalte ich ein Geschenk: ein Röhrchen mit transparenter Flüssigkeit - menschliche DNA, bestehend aus 3.300.000.000 Basenpaaren von A, T, C und G. Das Objekt findet Eingang in die Arbeit Another way of Saying.